Konten

Was geht unter 18?

Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 18 Jahren sind laut Gesetz beschränkt geschäftsfähig. Deshalb brauchen sie für alle Kaufentscheidungen, die über das normale Taschengeld hinausgehen, für Verträge und auch für die Eröffnung von Konten bei einer Bank die Einwilligung ihrer gesetzlichen Vertreter. Bei der Kontoeröffnung legen die Eltern fest, ob du alleine über das Konto verfügen kannst, d.h. unterschriftenberechtigt bist, und auch die Kontoauszüge deines Girokontos können auf Wunsch direkt an deine Eltern gehen. Nimm zur Kontoeröffnung also am besten gleich deine Eltern mit!

Eine Ausnahme gibt es bei der Eröffnung eines Girokontos wenn du noch nicht 18 Jahre bist aber bereits einen Ausbildungsvertrag in der Tasche hast. Dann reicht die Unterschrift deiner Eltern auf den Vertragsvordruck zur Kontoeröffnung, dein Ausbildungsvertrag und dein Personalausweis. Mit 18 Jahren bist du voll geschäftsfähig und kannst die Dinge selber regeln. Dafür bist du dann aber auch für deine Entscheidungen - seien es nun Schulden, unüberlegte Zeitschriftenabos oder Handyverträge - voll verantwortlich.

Verlass dich bei Bankgeschäften, größeren oder langfristigen finanziellen Entscheidungen nicht allein auf dich oder auf den Rat von Freunden, sondern besprich deine Entscheidungen vorher mit deinen Eltern oder einer anderen erwachsenen Vertrauensperson! Lass dich auch von der Bank beraten. Zu einem solchen Gespräch nimmst du am besten noch jemand anderes mit, um nachher noch einmal in Ruhe darüber reden zu können. Auch gibt es bei Banken viel schriftliches Infomaterial - oft sogar sehr gut für junge Leute aufbereitet - nachdem es sich zu fragen lohnt! Aber denk daran, eine Bank will dich nicht nur beraten, sondern immer auch verkaufen.


Girokonto

Ein Girokonto brauchst du spätestens mit Beginn der Lehre, des Zivil- oder Wehrdienstes oder des Studiums. Eine Gehaltszahlung ohne Girokonto ist heute quasi unmöglich.

Beim Sparbuch ist das Sparen der Hauptzweck. Das Girokonto dagegen ist eine Art Drehscheibe für den bargeldlosen Geldverkehr. Hier gehen Zahlungen wie Taschengeld, Einnahmen aus Jobs oder dein Gehalt ein. Dagegen stehen dann bargeldlose Ausgaben wie Mitgliedsbeiträge für den Sportverein, Telefon oder Miete für die eigene Bude.

Der Weg zum eigenen Girokonto:

In der Bank musst du ein Formular ausfüllen, das alle wichtigen Daten von dir enthält. Also Name, Adresse, Geburtsdatum und -ort und die Staatsangehörigkeit. Dann wird noch die Nummer deines Personalausweises notiert und zum Schluss musst du und deine Eltern, wenn du noch nicht 18 Jahre bist, unterschreiben. Diese Unterschriften werden in der Bank hinterlegt und bei Bedarf mit deiner Unterschrift beispielsweise bei einer Geldabhebung verglichen.

Für eine Kontoeröffnung ist meist eine Anfrage oder Meldung bei der Schutzgemeinschaft für Kreditsicherung (Schufa) Voraussetzung.

Für den Zugang an den Geldautomaten und Kontoauszugsdruckern erhältst du in der Regel mit Kontoeröffnung eine Kundenkarte.

Miese auf dem Girokonto?

Wenn du unter 18 Jahren bist, darfst du dein Konto grundsätzlich nicht überziehen und bist damit gegen Verschuldung geschützt. Dein Girokonto ist noch genauso wie dein Sparkonto ein „Guthabenkonto”.Sobald du über 18 bist und auf deinem Girokonto regelmäßige Zahlungen eingehen, bietet die Bank dir einen so genannten Dispokredit an. Der schreibt fest, wie viel Geld du mehr abheben kannst, als du faktisch auf deinem Konto hast. Aber Vorsicht: Ein Dispo ist ein Kredit und du zahlst teuer dafür. Das können je nach Vertrag bis zu 20% Zinsen sein. Wenn du über den Dispokredit gehst, wird es noch teurer!

Mit den Kontoauszügen den Überblick behalten:

Beim Girokonto gibt es kein Sparbuch wie beim Sparkonto. Dafür erhältst du aber regelmäßig Kontoauszüge, in denen deine Geldbewegungen und dein Kontostand festgehalten werden. Deine Kontoauszüge holst du dir entweder am Automaten, online von zu Hause oder du kannst sie dir gegen Portokosten zuschicken lassen. Lies sie dir genau durch und heb sie gut auf! Nur so behältst du den Überblick über deine Einnahmen, Ausgaben und den Kontostand und merkst, wenn Beträge falsch oder zu Unrecht abgebucht wurden. Alle Lastschriften - nicht Barabhebungen oder Überweisungen - kannst du widerrufen. Das geht in der Regel bis zu sechs Wochen nach der Abbuchung. Zum Sammeln der Kontoauszüge bekommst du bei der Bank einen kostenlosen Hefter.

Tipp

Schüler, Azubis, Studenten, Zivis oder Wehrdienstleistende zahlen bei den meisten Banken keine Gebühr für die Führung des Girokontos. Nachher lohnt sich aber ein Vergleich der Gebühren sehr wohl!


Sparkonto

Das Sparkonto ist für die meisten wohl der Beginn ihrer Bankenkarriere. Vielleicht hast du es seit deinem ersten Taschengeld oder die Großeltern haben es für dich angelegt.

Das Sparkonto ist ein Guthabenkonto zur Vermögensbildung. Wenn du mal etwas Geld übrig hast, kannst du es auf dein Sparkonto gutschreiben lassen und bekommst dann Zinsen dafür. In der Regel bekommst du 1 bis 2% Zinsen im Jahr. Reich wirst du damit sicher nicht. Allerdings ist es mehr als beim Girokonto und du bist nicht so leicht in Versuchung es auszugeben. Das ist nicht zu unterschätzen, wenn du mal auf etwas Größeres sparen willst!

Zu deinem Konto bekommst du ein Sparbuch, auf dem die Kontobewegungen vermerkt werden. Das sind deine Einzahlungen, alle Abhebungen und die jährlichen Zinsgutschriften.

Geld zurück

Im Gegensatz zu einem Girokonto ist das Sparkonto immer in den „schwarzen Zahlen”. Hier bekommst du also kein Geld auf Pump. Geld abheben kannst du zusammen mit deinem Sparbuch am Schalter. Innerhalb eines Kalendermonats kannst du problemlos bis 2.000 € abheben. Wenn du mehr Geld willst, musst du den entsprechenden Betrag drei Monate vorher ankündigen. Brauchst du eine größere Summe am Monatsanfang, kannst du das Ganze noch anders machen. Du hebst am Ende des Vormonats 2.000 € ab und kannst dann bereits am ersten Tag des neuen Monats wieder bis zu 2.000 € von deinem Sparkonto holen.


Tagesgeldkonto

Hast du schon mal was von Direktbanken gehört?

Hier gehst du nicht zum Schalter oder Automaten, sondern du kannst deine Angelegenheiten online oder am Telefon erledigen. Die Kontoführung ist in der Regel kostenlos und du bekommst meistens sogar noch Guthabenzinsen auf dein Girokonto. Privatkunden bieten die Direktbanken – wie übrigens auch viele andere Banken – sogenannte Tagesgeldkonten an.
Dort kannst du täglich über dein Geld verfügen und erhältst meist deutlich mehr Zinsen als auf dem Sparkonto. Für ein Tagesgeldkonto brauchst du noch nicht einmal ein Girokonto bei der Direktbank. Es reicht, wenn du bei einer beliebigen anderen Bank ein Girokonto hast, ein sogenanntes Referenzkonto.

Aber auch im Land der Direktbanken ist nicht nur alles rosarot. Hier ist alles anonymer, da du mit dem PC und nicht mit einer Bankangestellten kommunizierst. Lass am besten mal deine Eltern über die Kontoauszüge gucken! Auch kannst du dein Geld nicht an jedem beliebigen Geldautomaten abheben, sondern nur an Automaten von bestimmten Banken. Mach dir also vorher über die Alltagstauglichkeit Gedanken. Oder vielleicht ist eine Direktbank für dich eher etwas als Zweitbank. Dann ist es allerdings um so wichtiger, den Überblick über deine Bankgeschäfte zu behalten.