Gesundheits- und Krankenpfleger/-in

Rebecca, 23 Jahre, Susanne, 22 Jahre, Anna, 21 Jahre und Andreas 19 Jahre, 1. Ausbildungsjahr Gesundheits- und Krankenpflege

 

Traumberuf oder Notlösung?
Rebecca: Traumberuf, denn ich bin ein sehr kontaktfreudiger Mensch und ich möchte auch anderen Menschen helfen.
Susanne: Ich hatte überlegt, ob ich Medizin studiere oder Krankenpflege mache. Nach einem freiwilligen sozialen Jahr bin ich dann dazu gekommen, dass ich lieber Krankenpflege mache, weil man einfach näher am Menschen ist. 

Wie sieht euer Tag als Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin aus?
Rebecca: Wenn wir auf Station sind, dann haben wir wie jetzt im ersten Lehrjahr Früh- oder Spätdienst. Der Frühdienst fängt um sechs Uhr an und hört zwischen eins und zwei auf. Der Spätdienst fängt zwischen halb eins und halb zwei an und ist um acht Uhr zu Ende. Wenn man um sechs Uhr morgens kommt, ist die Übergabe mit der Nachtwache. Man erfährt, ob es einem Patienten zum Beispiel nicht gut geht oder so. Danach geht man durch die Zimmer und hilft den Patienten. Entweder vor oder nach dem Frühstück werden die Vitalzeichen (Blutdruck, Puls und Temperatur) kontrolliert.
Susanne: Es kommt auch darauf an, auf welcher Station man ist. Wenn man auf der Chirurgie ist, dann muss man morgens die Patienten zur OP vorbereiten. Man rasiert die Stelle, an der die Patienten operiert werden, gibt ihnen Medikamente, die sie vor der OP nehmen müssen, und zieht ihnen Thrombosestrümpfe an. Dann begleitet man die Patienten runter zur OP und holt sie danach auch wieder ab. Nach der OP werden die Patienten dann weiter überwacht, das heißt die Vitalzeichen werden kontrolliert. 

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Die größte Überraschung
Susanne: Da ich vorher auch schon ein Praktikum gemacht habe, hab ich eigentlich gewusst, was auf mich zukommt. Was mich jedoch überrascht hat, ist wie viel Vertrauen die Patienten zu uns haben. 

Eure Lieblingsaufgabe
Rebecca: Spritzen. In unserer zweiten Blockunterrichtsphase haben wir subkutan spritzen gelernt, also unter die Haut spritzen.
Susanne: Ich war auf der chirurgischen Station. Dort habe ich gemerkt, dass ich zum Beispiel OP-Vorbereitungen sehr gerne mache. Wenn man merkt, dass man ein bisschen selbstständiger arbeiten kann, macht es einfach mehr Spaß.

Welche Kröten müsst ihr schlucken?
Rebecca: So was wie Po abwischen. Aber es gibt einfach Patienten, bei denen man sich auch darum kümmern muss.
Susanne: Mir macht so was eigentlich nichts aus. Mir war klar, dass es dazu gehört. Es ist einfach eine Gewöhnungssache. Andere Kröten, die man noch so schlucken muss, ist, dass man am Anfang öfters der Laufbursche ist. Außerdem muss man während der Ausbildung ständig die Station wechseln, das heißt sich immer auf eine neue Station einstellen.

Ohne was geht es nicht?
Rebecca: Das Mindestalter ist normalerweise achtzehn. Man braucht auch mindestens einen Realschulabschluss. Wenn man einen Hauptschulabschluss hat, kann man vorher die Krankenpflegehilfeausbildung machen. Außerdem sollte man kontaktfreudig sein, den Umgang mit Menschen mögen und Geduld haben. Es ist auch wichtig, jeden Patienten gleich zu behandeln, auch wenn man jemanden nicht so mag.

Wie viele Bewerbungen habt ihr geschrieben?
Rebecca: Ich wollte zuerst Kinderkrankenpflege machen, wofür ich aber eine Absage bekam. Dann habe ich mich für Krankenpflege beworben und hatte das Glück, nach einer Bewerbung genommen zu werden.
Susanne: Ich habe eine Bewerbung geschrieben. Es gibt relativ viele Stellen, aber auch sehr viele Bewerber. Hier kamen zum Beispiel auf 22 Stellen 200 Bewerber.

Euer Bewerbungstipp?
Rebecca: Für das Bewerbungsgespräch hilft es, wenn man sich vorher informiert, was in dem Beruf gemacht wird.
Susanne: Es ist auf jeden Fall gut, wenn man eine gewisse Vorerfahrung hat, weil man dann einfach besser begründen kann, warum man den Beruf erlernen will.

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?
Rebecca: Wir verdienen in der Ausbildung relativ viel im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen. So um die 700 Euro brutto. Man kann also schon gut davon leben.
Susanne: Man kann davon nicht richtig reich werden, aber das ist auch gar nicht mein Ziel, insofern ist es ok.

Und nach der Ausbildung?
Rebecca: Erst mal würde ich schon gern hier bleiben, wenn es geht. Man muss erst Berufserfahrung sammeln, bis man was anderes machen kann, wie zum Beispiel eine Fachausbildung in Anästhesie.
Susanne: Ich kann mir vorstellen, nach der Ausbildung zu studieren. Ich könnte mir aber auch gut vorstellen ins Ausland zu gehen. Ich habe schon mal drei Monate in einer Art Hospiz in Jerusalem gearbeitet. Ich könnte mir durchaus vorstellen noch mal in den Nahen Osten zu gehen oder auch nach Südamerika.

                                           

Steckbrief Gesundheits- und Krankenpfleger/-in
Ausbildungsort:Schule (in der Regel im Krankenhaus), Krankenhaus mit allen Abteilungen, evtl. Intensivstation, OP, ambulante Pflege, Psychiatrie, evt. Hospiz, Rehabilitation
Dauer:3 Jahre
Abschluss:Gesundheits- und Krankenpfleger/-in
Perspektiven:Fachausbildungen wie Anästhesie, OP, Psychiatrie; evtl. Studium der Pflegepädagogik, der Pflegewissenschaft, des Pflegemanagements; Vielzahl von Fortbildungen
Besonderes:Belastbarkeit, viel Verständnis für Patienten, Teamfähigkeit und Selbstständigkeit sind wichtig, anstrengende Arbeitszeiten mit Schicht-, Wochenend- und Nachtdienst
Realschulabschluss und mindestens 18 Jahre sind Voraussetzungen
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