Riester Rente

Nein, um die Rente von Herrn Riester machen wir uns keine Sorgen, allerdings er sich um unsere. Deshalb gibt es die sogenannte „Riester Rente”, mit der der Staat seit 2002 die private Altersvorsorge der Pflichtversicherten fördert.

Riestertauglich ist vieles, allerdings geht nichts ohne Riester-Zertifikat. Aber Vorsicht: Das Zertifikat verspricht dir nicht automatisch einen guten Zinssatz für dein Geld. Auf gute Beratung und einen Leistungsvergleich solltest du keineswegs verzichten. Es gibt nämlich keine Mindestverzinsung, lediglich der Erhalt deiner Beiträge ist garantiert. 

Auch musst du wissen, dass dein Geld wirklich auf der hohen Kante liegt. Die Auszahlung darf erst mit dem Rentenalter beginnen. Dann bekommst du eine monatliche Zusatzrente, die deine gesetzliche Rente aufbessern soll. Gleichzeitig hast du die Möglichkeit, dir auf einen Schlag 30% deines angesparten Kapitals auszahlen zu lassen. Während der Ansparphase ist deine Anlage steuerfrei, bei der Auszahlung musst du das Geld dann versteuern. 

Ein Beispiel: Anne ist Single und hat im Vorjahr 20.000 € brutto verdient. Sie hat einen Riestervertrag abgeschlossen und kann dafür jährlich bis zu 4% ihres Bruttogehalts anlegen. Das sind jährlich 800 €. Der Staat gibt 154 € dazu, so dass sie selber nur 646 € aufbringen muss. Wenn sie später Kinder haben sollte, wird es richtig interessant, weil sie dann vom Staat noch Kinderzulagen bekomme. Bei finanziellen Engpässen etwa wegen Arbeitslosigkeit kann sie die Beitragszahlung unterbrechen, und ein dreimonatiges Kündigungsrecht gibt es auch.


Weitere Säulen der Altersvorsorge

Gesetzliche Rentenversicherung:
Wer nicht gerade ein „Eckrentner” ist und mindestens 45 Jahre ohne Unterbrechnung in die Rentenverscherung eingezahlt hat, kann im Alter wohl nur mit rund 50% des Nettoeinkommens rechnen. 

Betriebliche Altersvorsorge:
Hier wird ein Teil deines Gehalts in die betriebliche Altersvorsorge umgewandelt. Im Gegensatz zur privaten Altersvorsorge geht dein Sparbeitrag schon von deinem Bruttogehalt ab. Du zahlst hierfür Sozialversicherungsbeiträge, aber keine Steuern. Dafür werden die Leistungen im Rentenalter dann voll besteuert. In der Regel ist die betriebliche Altersvorsorge auch für die Riester-Förderung geeignet. Genaueres klärst du am besten direkt mit deiner Chefin oder dem Betriebsrat. Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, den Beschäftigten ein Angebot zur so genannten „Entgeldumwandlung” zu machen. 

Private Geldanlage:
Hierzu geehören Wertpapiere, Immobilien, Bankeinlagen, Bundesschatzbriefe oder Lebensversicherungen. An dem ganzen haftet mehr oder weniger Risiko aber auch Flexibilität. Die Erträge sind oft von den allgemeinen Geldentwicklungen am Aktienmarkt und der Zinsentwicklung abhängig. Dafür gibt es in der Regel aber immer eine Möglichkeit, schon vor dem Rentenalter im Notfall an sein Geld ranzukommen. Deshalb sind diese privaten Formen der Geldanlage nicht riestertauglich, d.h. es gibt keine Zulagen vom Staat, und steuerpflichtig sind sie teilweise auch.

Deshalb unser Tipp: Erst „Riestern” und wer dann immer noch was übrig hat, wählt eine private Geldanlage als drittes oder viertes Standbein für das Alter.