Europawahlen

Foto: Deutscher Bundestag/Achim Melde

Alle 5 Jahre wählen die Menschen in ganz Europa ihre Vertretung, das Europäische Parlament. Das gibt es sonst nirgends auf der Welt. Die Europäische Union ist einzigartig und mit seinen 751 Abgeordneten das größte direktgewählte Parlament der Welt. Viele sagen, sie sei das neue Politikmodell im Zeitalter der Globalisierung. Trotzdem ist die Wahlbeteiligung gering. Bei der Europawahl 2009 lag sie bei 43,3%. Das heißt, dass nicht einmal jeder Zweite seine Stimme abgegeben hat. 

Das ist ziemlich traurig, wenn du bedenkst, dass heutzutage Deutschland ohne die EU nicht mehr vorstellbar ist und du gleichzeitig nirgendwo sonst die Gelegenheit hast, die Zusammensetzung einer Internationalen Organisation mitzubestimmen. Na und, was ist schon dabei, werden viele sagen. Dann frage sie doch, ob sie schon mal jemand gebeten hat, einen Abgeordneten für die NATO oder für die Vereinten Nationen zu wählen?! 

Die Wahl selber ist die Einfachste der hier vorgestellten Wahlen: Du hast eine Stimme und die gibst du „deiner“ Partei. Auf diese Weise werden die 96 Abgeordneten von den Listen der Parteien gewählt, die uns dann 5 Jahre lang in Straßburg vertreten. Also, lass dir beim nächsten Mal die Chance nicht entgehen und geh wählen!


Warum Europawahlen wichtig sind:

Die EU ist wichtig, weil viele politische Entscheidungen, die für alle Bürgerinnen und Bürger der 28 EU-Staaten verbindlich sind, nicht mehr in den jeweiligen Hauptstädten fallen, sondern in den europäischen Gremien in Brüssel und Straßburg. Experten schätzen, dass mittlerweile zwei Drittel der in Deutschland gültigen Rechtsnormen auf Beschlüsse der EU zurückgehen. Das schafft gleiche Standards und die sind wichtig. Denk nur daran, wie kompliziert es war und leider teilweise noch ist, Ausbildungsabschlüsse in einem anderen Land anerkannt zu bekommen. Das aber ist meistens die Voraussetzung, um in einem anderen Land arbeiten und leben zu können.

Das Europäische Parlament ist wichtig, weil es alle Bürgerinnen und Bürger vertritt und damit ein Gegengewicht zur Europäischen Kommission, der Interessenvertretung der EU, und dem Rat der Europäischen Union, der Vertretung der Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten, ist.