Daniel, 20 Jahre, drittes Lehrjahr als Anlagenmechaniker

 

Traumberuf oder Notlösung?

Eine Notlösung war es auf keinen Fall. Meiner Familie gehört selbst ein Installationsbetrieb und nach einiger Überlegung hab ich mich dafür entschieden, eine Ausbildung zu machen, mit der ich später auch in unserem Betrieb arbeiten kann. Ich fand es aber besser, mich woanders ausbilden zu lassen, weil es mir glaube ich mehr nützt, eine andere Firma und deren Arbeitsweise kennenzulernen.

 

Wie sieht dein Tag als Anlagenmechaniker aus?

Arbeitsbeginn ist um halb acht. Zuerst besprechen wir mit dem Chef, welche Aufträge an dem jeweiligen Tag anfallen. Darauf folgt die Materialplanung: das entsprechende Material wird vorbereitet und in den Transporter eingeladen. Damit fahren wir dann zu den Kunden oder zu einer Rohbaustelle. Die Aufträge sind ganz unterschiedlich – außer der Installation und Reparatur von Heizungs- und sanitären Anlagen machen wir auch die Baublechnerei, das heisst zum Beispiel die Fensterverkleidungen und Regenrohre. Solaranlagen fertigen wir auch, aber eher seltener. Wieviel Zeit wir also in der Werkstatt verbringen, kommt immer ganz auf die jeweilige Arbeit an.Berufsschule habe ich inzwischen zweimal drei Wochen pro Halbjahr. Anfangs war es ein sechs-wöchiger Block, was ich besser fand, da man dann besser im Stoff „drin“ war.

 

Die größte Überraschung?

Da gab es eigentlich keine, weil ich von unserem Familienbetrieb schon fast alles kannte und dadurch ziemlich genaue Vorstellungen von der Ausbildung hatte.

 

Deine Lieblingsaufgabe?

Am meisten Spaß machen mir die Blechnerei und die Fertigmontage von zum Beispiel Waschbecken, da beides saubere und eher einfache Arbeiten sind.

 

Welche Kröten musst du schlucken?

Die Arbeit ist manchmal schon ziemlich dreckig; daran muss man sich, genauso wie an den Geruch bei einer Rohrverstopfung, erstmal gewöhnen. Außerdem muss man sich auch öfter körperlich anstrengen. Dazu kommt noch, dass wir – bis auf Freitag, da hören wir um 13.00 Uhr auf – einen neun-Stunden-Tag haben, was wirklich lange ist.

 

Ohne was geht es nicht?

Im Prinzip genügt der Hauptschulabschluss. Es ist aber besser auf der Realschule gewesen zu sein, da wir in der Berufsschule schon einiges in Mathe leisten müssen. Ansonsten sollte man handwerklich begeistert sein und nicht gerade zwei linke Hände haben. Relative körperliche Fitness ist auch notwendig – da wird auch schon mal auf die Sportnote geschaut!

 

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Zwei. Ich wurde bei beiden genommen und habe dann auch in beiden Betrieben ein zwei-wöchiges Praktikum gemacht. Es ist oft so, dass ein solches Praktikum wie eine Art Probezeit ist, nach der sich dann entscheidet, ob man wirklich als Azubi angenommen wird. Schließlich habe ich dann dem kleineren Betrieb zugesagt, weil ich die Atmosphäre hier familiärer finde und der Einsatz auch flexibler ist.

 

Dein Bewerbungstipp?

Man sollte auf jeden Fall die Standards einhalten, wie man es ja oft in der Schule gezeigt bekommt. Ein Vorteil ist natürlich, wenn man schon mal ein Praktikum zum Kennenlernen des Berufs gemacht hat.

 

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?

Ich würde sagen, gutes Mittelmaß. Auch später ist der Lohn nicht wirklich hoch, aber auch nicht wirklich niedrig. Mit einer höheren Qualifikation wie dem Meister ist das natürlich besser. Da kommt es aber immer auch darauf an, ob die jeweilige Firma sich das leisten kann, so dass man eventuell geringere Chancen hat, eingestellt zu werden, weil man „zu teuer“ ist. 

 

Und nach der Ausbildung?

Vielleicht werd ich noch den Techniker als Zusatzqualifikation machen. Dafür bräuchte ich noch zwei Vollzeitjahre, hätte dann aber auch einen Fachhochschulabschluss und viele Möglichkeiten: zum Beispiel auf einem Schiff oder an einem großen Gebäudekomplex zu arbeiten. Es reizt mich, erst Verschiedenes auszuprobieren, bevor ich mich wirklich festlege.

Steckbrief Anlagenmechaniker/-in

Duale Ausbildung:  3,5 Jahre  

Bereiche: Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Rohrsystemtechnik  

Tätigkeiten: Fertigung und Montierung von Bauteilen, Apparaten und Anlagen

Arbeitsorte:  Klempnerei, Installationsbetriebe, Blechnerei und Berufsschule  

Perspektiven: Techniker/-in, Meister/-in, Vertreter/-in beim Großhandel  

Das solltest du mitbringen: Mathematische und handwerkliche Begabung, Bereitschaft sich schmutzig zu machen, Gewisse körperliche Fitness  

Alternativen: Industriemechaniker/ -in

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de