Jürgen, ausgelernter Augenoptiker

 

Traumberuf oder Notlösung?

Das ist mein Traumberuf, weil dieser Beruf für mich Zukunftsperspektiven und sehr gute Weiterbildungsmöglichkeiten bietet. Mir gefällt die Vielseitigkeit, gerade die individuelle Beratung, bei der man für einen bestimmten Typ Menschen eine Brille finden muss, die zu dem jeweiligen Kunden passt und in der er sich wiederfinden kann. Außerdem verbindet der Beruf Verkauf und handwerkliche Tätigkeit.

 

 

Wie sieht dein Tag als Augenoptiker aus?

Zum einen ist man für die Pflege des Ladens verantwortlich. Das heißt für die Sauberkeit, aber auch für die Präsentation des Geschäftes nach außen. Zum anderen natürlich für die Kundenberatung. Man ist aber auch in der Werkstatt, in der man unterschiedlichste Gläser in Fassungen einarbeitet. Je nachdem, ob die Brille randlos ist oder nicht, muss man die Gläser auf die richtige Form schleifen und Löcher hineinbohren oder eine Facette auf die Gläser schleifen, um sie in die Vollrandfassung einzufassen. Das sind jetzt nur kleine Beispiele aus einem Tag in der Werkstatt, jede Fassung ist aber anders, weshalb es einem nie langweilig wird. 

 

 

Die größte Überraschung?

Wie wichtig das Zusammenspiel zwischen Brille und Auge ist und wie man dabei auf die Funktionsweise des Auges eingehen muss. Das heißt, sich zu fragen, was beim Sehen eigentlich passiert und wie die Auswirkungen darauf sind. Man darf nicht vergessen, dass wir mit den Augen einen Großteil unserer Umgebung wahrnehmen, deshalb ist die richtige Korrektur sehr wichtig. 

 

Deine Lieblingsaufgabe?

Am liebsten bin ich in der Werkstatt und bei der Kundenberatung. 

 

Welche Kröten musst du schlucken?

Die Tatsache, dass man sich auf jeden Kunden individuell einstellen muss, da jeder Mensch unterschiedliche Ansprüche und Vorstellungen hat, hat auch seine negativen Seiten. Manche Kunden sind auch sehr anstrengend, wenn sie Gläser oder Fassungen reklamieren. Auch in der Werkstatt ist es manchmal nicht ganz einfach, wenn man zum Beispiel eine verbogene Fassung richten möchte, die dann aufgrund von Materialermüdung kaputt geht. 

 

Ohne was geht es nicht?

Handwerkliches Geschick und Durchhaltevermögen sind sehr wichtig. Aber auch physikalisches und mathematisches Verständnis gehören dazu.

 

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Ich habe mich bei verschiedenen Unternehmen beworben. Also schon ein paar. 

 

Dein Bewerbungstipp?

Die persönliche Kontaktaufnahme halte ich für wichtig. Auch ein Praktikum vorab wäre sinnvoll, um zu merken, ob einem die Tätigkeit liegt oder ob man sich unter dem Beruf Augenoptiker etwas anderes vorgestellt hat. Unter Umständen geht man ansonsten davon aus, es ginge nur um das Brillenverkaufen. Es gehört jedoch deutlich mehr dazu. 

 

Und nach der Ausbildung?

Ich habe gute Weiterbildungsmöglichkeiten. Ich kann auf die Meisterschule gehen, aber auch Ingenieurwissenschaften studieren.

 

 

Steckbrief Augenoptiker/-in

Duale Ausbildung: 3 Jahre

Tätigkeiten: Pflege des Ladens, Kundenbetreuung, Arbeiten in der Werkstatt, Erledigen von kaufmännischen Arbeiten  

Arbeitsorte: Optiken, Berufsschule, Brillenstudios

Perspektiven: Spezialisierung, z. B. auf Kundenbetreuung und den Verkauf, Augenoptikermeister/-in, Techniker/-in Fachrichtung Feinwerktechnik, Techniker/-in, Meister/-in, Vertreter/-in beim Großhandel  

Das solltest du mitbringen: Kontaktfreudigkeit und Präzision, Handwerkliches Geschick, Durchhaltevermögen, Physikalisches und mathematisches Verständnis  

Alternativen: Feinoptiker/-in, Verfahrensmechaniker/-in für Brillenoptik, Hörgeräteakustiker/-in

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de