Sven, 22 Jahre, 1. Lehrjahr als Automobilkaufmann

 

Traumberuf oder Notlösung?

Auf jeden Fall keine Notlösung. Mein Berufswunsch war eine kaufmännische Ausbildung mit viel Kontakt zu Kunden und mit einer Marke oder Firma, hinter der ich auch stehe. Unter allen Möglichkeiten war das, was ich jetzt mache, die beste Lösung.

 

Wie sieht dein Tag als Automobilkaufmann aus?

Wir durchlaufen alle kaufmännischen Abteilungen, die es in unserem Betrieb gibt, nach einem Ausbildungsplan, der immer für ein Vierteljahr entworfen wird. In den Abteilungen ist der dann nochmal untergliedert. Im Moment bin ich zum Beispiel für zwei Wochen im Sekretariat der Serviceleitung, dann geht's in die Kundenbetreuung, danach für eine Woche in die Werkstatt, wo ich einen Pkw-Teammeister begleiten werde, um zu sehen, wie deren Alltag aussieht. Zuletzt war ich vier Wochen im Teilbereich Lagerwirtschaft, Bestandsteuerung, Marketing usw. 

 

Die größte Überraschung?

Ich finde es toll, dass es in einem so großen Unternehmen gar nicht steif, sondern sehr familiär zugeht. Es herrscht hier eine sehr lockere und harmonische Atmosphäre.

 

Deine Lieblingsaufgabe?

Am liebsten ist mir, wenn ich eine Aufgabe zugeteilt bekomme, mir selbstständig etwas erarbeiten und dann ein eigenes Ergebnis vorlegen kann.

 

Welche Kröten musst du schlucken?

Für mich gab es keine negative Erfahrung. Ich bin aber auch schon 22 Jahre alt, vielleicht ist das für einen Azubi mit 16, 17 Jahren anders.

 

Ohne was geht es nicht?

Man sollte Kundenkontakte nicht scheuen und die Fähigkeit haben, etwas genau beschreiben und erklären zu können. Vielleicht muss man auch eine gewisse Extrovertiertheit mitbringen. Als Schulabschluss braucht man Mittlere Reife, oft wird aber von den kaufmännischen Azubis Fachhochschulreife oder Abitur erwartet – und dass sie 18 Jahre alt sind.

 

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Da ich am Anfang überlegt habe an einer Berufsakademie zu studieren, habe ich relativ viele Bewerbungen geschrieben, etwa 25 Stück.

 

Dein Bewerbungstipp?

Versucht es bei einem großen Autohaus! Da gibt es sehr viele verschiedene Abteilungen, interne Schulungen und Seminare – eine wirklich solide Grundlage auch fürs weitere Berufsleben.

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?
Ich habe ein paar Freunde, die verdienen im kaufmännischen Bereich etwas weniger als ich. Im Ausbildungsbereich bewegt sich ja alles in etwa im gleichen Rahmen, wir sind da schon am oberen Ende.

 

Und nach der Ausbildung?

Ich würde sehr gern in dem Beruf weiter arbeiten und speziell in meinem jetzigen Betrieb. Kurz gesagt: Auf Übernahme hoffen und auf Übernahme hinarbeiten.

Steckbrief Automobilkaufmann/-frau

Duale Ausbildung: 3 Jahre

Tätigkeiten: Organisatorische und kaufmännische Aufgaben im Kraftfahrzeughandel, Kundenbetreuung, Arbeiten in der Werkstatt, Beschaffung und Verkauf  

Arbeitsorte: Autohäusern bei Automobilherstellern oder Importeuren, Berufsschule  

Perspektiven: Fachverkäufer/-berater/-in für Kfz  

Das solltest du mitbringen: Spaß an Kundenkontakt und Interesse an Autos, Freude an Kundenkontakt, gewisse Extrovertiertheit  

Alternativen: Bürokaufmann/-frau, Industriekaufmann/-frau

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de