Auszubildende im 1. und 3. Ausbildungsjahr als Diätassistenten/-assistentinnen

Traumberuf oder Notlösung?

Das kommt darauf an, in welchem Bereich wir später eine Stelle finden. Viele von uns wollen in die Beratung. Wenn das klappt, könnte das der Traumberuf sein. 

Wie sieht euer Arbeitsalltag aus?

Sehr unterschiedlich. Wer eine reine Beratungsstelle hat, sitzt im Büro und berät Patienten zur Ernährung oder hält Vorträge. Manchmal gibt man auch Kochkurse. Einkaufsberatung und -begleitung gehören auch manchmal zum Alltag. Wer in einer Reha-Klinik arbeitet, kann Küche und Beratung kombinieren. Man zeigt den Patienten, wie besondere Mahlzeiten zubereitet werden, z. B. fettreduziertes oder laktosefreies Essen. Es ist auch möglich, "nur" in der Küche zu arbeiten, was aber für viele Azubis nicht so der Traumberuf ist. Diätassistenten, die in der Küche arbeiten, organisieren und kontrollieren die Diätverpflegung und bereiten spezielle Mahlzeiten zu. Das kann auch abwechslungsreich sein, weil man da auch viel Wissen braucht.

Die größte Überraschung?

Eine positive Überraschung war, dass wir während der Ausbildung die Kochkurse selbst aussuchen durften. Weniger schön waren der Wochenenddienst und das Arbeiten an Feiertagen.

Die Lieblingsaufgabe?

Das ist bei jedem von uns anders. Viele mögen Kochen und Beraten. Wir erstellen keine Diagnosen, aber Zusammenhänge zwischen den Ernährungsprinzipien und den Krankheiten herzustellen, interessiert uns sehr. Ein spannendes Thema ist die Ernährungsphysiologie.

Welche Kröten müsst ihr schlucken?

Die erste Kröte ist bei uns das Schulgeld. Aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, das zu finanzieren. Den meisten von uns hat das 6-wöchige Pflegepraktikum nicht besonders gefallen. Aber es war auch interessant, verschiedene Krankheitsbilder kennenzulernen. Das Küchenpraktikum war etwas anstrengend, weil es so früh morgens anfing. Man hat manchmal echt harte Arbeitszeiten.

Ohne was geht es nicht?

Man muss mit Menschen umgehen können, braucht Feingefühl und muss sich auf jeden einzelnen Menschen einstellen können. Organisationstalent und Teamfähigkeit sind auch wichtig. Ein Diätassistent arbeitet mit vielen verschieden Menschen zusammen: mit Köchinnen und Küchenhilfen oder auch mit Ärzten, Pflegepersonal, Logopäden und Ergotherapeuten. In der Küche muss man auch mal Anweisungen geben können. Und man sollte natürlich Kochen und Essen mögen.

Euer Bewerbungstipp?

Es ist nicht so schwer, genommen zu werden. Bei den Schulen ohne Schulgeld kann es schwieriger sein als an privaten. Die besten Chancen hat man mit einem guten Schulzeugnis. An unserer Schule gibt es die Möglichkeit, in eine Unterrichtseinheit reinzuschnuppern und sich den Alltag mal ein bisschen anzugucken. Gut ist es, wenn du schon ein Praktikum in dem Bereich gemacht hast. Meistens wird ein Praktikum von 6 Wochen in einer Großküche erwartet, das ist aber keine Pflicht.

Und nach der Ausbildung?

Als erstes ein bisschen Berufserfahrung sammeln, auch wenn es nur in der Küche ist. Dann ist es gut, sich in eine Richtung zu spezialisieren. Es ist auch möglich, sich selbstständig zu machen, aber dazu sollte man schon erste Berufserfahrungen haben. Man kann auch ein Studium an die Ausbildung hängen, es gibt verkürzte Studiengänge für Gesundheitsfachberufe. Insgesamt gibt es für Berufsanfänger mehr Stellenangebote im Bereich „Küche” als für „Beratung”. Um eine Stelle zu finden, ist es manchmal nötig, innerhalb von Deutschland umzuziehen.

Steckbrief Diätassistent/-in

Schulische Ausbildung:
3 Jahre (teilweise wird Schulgeld erhoben)

Alternativen:
Koch/Köchin, Bäcker/-in oder Konditor/-in, Lebensmitteltechnische/-r Assistent/-in

Arbeitsorte:
Krankenhäuser und Reha-Kliniken, ambulante Schwerpunktpraxen, Senioreneinrichtungen

Perspektiven:
Spezialisierung auf bestimmte Patientengruppen, z. B. mit Diabetes oder mit Allergien; Ernährungsberater/-in; Verpflegungsmanager/-in

Besonderes:
Organisationstalent in der Küche, Lebensmittelkunde und medizinisches Wissen sind notwendig.

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de