Fachmann/-frau für Systemgastronomie

Marion, 20 Jahre, 1. Lehrjahr als Fachfrau für Systemgastronomie

Traumberuf oder Notlösung?

Weder noch. Eigentlich wollte ich in die Hotel- und Gastronomiebranche und habe es mit Hotelfachfrau versucht, was aber nicht funktioniert hat. Dann habe ich mich informiert, was es an ähnlichen Berufen gibt. Dabei habe ich den neuen Beruf Systemgastronom entdeckt, der mir sehr zugesagt hat.

Wie sieht dein Tag als Fachfrau für Systemgastronomie aus?

Im Moment bin ich in der Warmen Küche. Da geht es morgens um sieben damit los, dass die süßen Teilchen, die Eier und Würstchen für die Mitarbeiter und für das Frühstück hergerichtet werden. Danach wird die Essensausgabe selber gerichtet, auch die ganzen Bainmaries – das sind die Heiß-Wasser-Behälter. Man muss schauen, ob alles funktioniert, die ganzen Platten und Öfen werden angemacht, der Ausgabewagen wird hergerichtet und aufgefüllt. Dann geht es mit den Kühlschränken weiter, die auch aufgefüllt werden müssen, zum Beispiel mit Lachs und so weiter. Nach dem Frühstück wird das Mittagessen gerichtet und danach der Ausgabewagen nochmals gefüllt, so dass es zu keinem Leerlauf kommt. Nachmittags wird dann noch geputzt und alles wieder sauber gemacht.

Die größte Überraschung?

Eine Überraschung in dem Sinn hatte ich noch nicht, da ich vom elterlichen Betrieb her bereits einen Einblick hatte.

Deine Lieblingsaufgabe?

Frühstück! Weil: In der Zeit vor dem Frühstück und während des gemeinsamen Frühstücks kann man sich auch mal mit jemandem unterhalten. Die Zeit hat man den restlichen Tag über nicht. Morgens hat man noch ein wenig Ruhe im Vergleich zu mittags, da wird es ganz schön stressig.

Welche Kröten musst du schlucken?

Was am Anfang schlimm war, war das Bistro. An den Kartons, die man da aufmacht, habe ich mir die ganzen Arme und Hände aufgeschlitzt. Ich habe nicht gedacht, dass ich mir so oft in die Finger schneide! Aber auch solche Erfahrungen muss man sammeln.

Ohne was geht es nicht?

Auf jeden Fall sollte man teamfähig sein, denn ohne die anderen geht es wirklich nicht. Was man auch mitbringen sollte, ist ein wenig Gespür für den Gast. Freundlichkeit ist wichtig und ein nicht zu empfindliches Gemüt, man sollte einfach physisch und psychisch belastbar sein. Wenn man etwas praktische Veranlagung und Geschick hat, ist das von Vorteil. EDV-Kenntnisse, Erfahrung im Umgang mit Kassensystemen und Geld sind ebenfalls wichtig.

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Ich habe zwei Bewerbungen geschrieben, hier und bei der Uniklinik, aber ich habe mich auf meine jetzige Stelle konzentriert.

Dein Bewerbungstipp?

Man sollte auf jeden Fall ein Praktikum machen, denn viele sind enttäuscht, weil sie sich die Gastronomie ganz anders vorstellen. Praktika sind immer ein Pluspunkt, weil man verschiedene Erfahrungen bereits gesammelt hat und weiß, wie es in einer Küche zugeht.

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?

Nein, aber ich mach den Beruf nicht, weil ich steinreich werden will, sondern damit ich eine Ausbildung habe. Es kommt immer darauf an, welche Vorstellungen man hat und was man erreichen will. Möglichkeiten viel zu verdienen gibt es später schon, zum Beispiel als Restaurantchefin.

Und nach der Ausbildung?

Ich habe vor, erst mal im Ausbildungsbetrieb zu bleiben. Wenn man mich übernimmt. Ansonsten lasse ich es lieber langsam angehen und schaue, wie sich das alles bei mir entwickelt, beruflich und auch privat. Es nützt mir jetzt nicht viel, wenn ich mir hohe Ziele stecke, weil ich auf jeden Fall noch die zwei Ausbildungsjahre machen muss. Deshalb mach ich jetzt erst mal meine Ausbildung und schau dann vielleicht im letzten Drittel, wie es weiter geht.

Steckbrief Fachfrau/-mann Systemgastronomie

Duale Ausbildung: 3 Jahre  

Tätigkeiten: Umsetzung von Gastronomiekonzepten, Besuchs- und Verkaufszahlen ermitteln, Kontrolle von Qualität, Angebot und Service

Arbeitsorte: Selbstbedienungsrestaurants, Fast-Food-Ketten, Raststätten, Kantinen, Mensen, Berufsschule  

Perspektiven: Restaurantmeister/-in, Hotelmeister/-in, Fachwirt/-in Touristik  

Das solltest du mitbringen: Bereit sein an unterschiedlichen Arbeitszeiten zu arbeiten, Teamfähigkeit,  Guter Überblick über Dinge behalten zu können, Grundkenntnisse Englisch, EDV, Umgang mit Kassensystemen  

Alternativen: Fachmann/-frau für Bürokommunikation, Fachmann/-frau für Gebäudebewirtschaftung, Fachmann/-frau für Rehatechnik/Sanitätshauswaren, Fachmann/-frau für kaufmännische Betriebsführung, Restaurantfachmann/-frau    

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de