Kevin, 20 Jahre, und Patrick, 19 Jahre, beide 3. Ausbildungsjahr als Fachkraft für Lagerlogistik

Traumberuf oder Notlösung?

Kevin: Weder noch. Mein Traumberuf ist es wahrscheinlich nicht. Aber er macht mir Spaß und ich habe den Beruf bewusst gewählt.
Patrick: Ich glaube es gibt so etwas wie einen Traumberuf nicht, weil es immer etwas gibt, das einem nicht gefällt. Aber ich habe den Beruf auch bewusst gewählt.

Wie sieht euer Tag als Fachkraft für Lagerlogistik aus?

Kevin: Es kommt auf die Abteilung an, in der man ist. In der Warenannahme zum Beispiel nehmen wir LKWs an, laden die Ware ab und kontrollieren sie auf die richtige Menge und eventuelle Mängel. Dann wird die Ware ins System eingebucht und schließlich eingelagert.
Patrick: Im Versand bekommen wir Aufträge darüber, was versendet werden soll, welche Menge und wohin es versendet werden soll. Die Ware wird dann vom Hochregallager angefordert, wo wir sie mit dem Stapler abholen und in den Versand bringen. Dort wird die Ware dann versandfertig gemacht.

Die größte Überraschung?

Kevin: Die größte Überraschung war, dass wir weiße Hosen und einen weißen Kittel tragen müssen.
Patrick: Da ich direkt von der Schule komme, hatte ich sowieso noch kein konkretes Bild. Ich war auf alles eingestellt.

Eure Lieblingsaufgabe?

Kevin: Ich mache eigentlich alles gern. Staplerfahren ist lustig, aber auch nicht gerade meine Lieblingsaufgabe.
Patrick: Für mich ist es interessant am Computer zu arbeiten.

Welche Kröten müsst ihr schlucken?

Kevin: Folien von Faltschachteln abschneiden und Trommeln umsetzen. Das heißt, wir setzen Trommeln von Holzpaletten auf Alupaletten wegen der Reinheitsvorschriften um, das ist körperlich anstrengend und macht keinen Spaß, weil es so eintönig ist. Überstehende Folien müssen abgeschnitten werden, damit die Paletten über die Konturenkontrolle ins Hochregallager laufen.
Patrick: Muster von Alufolien ziehen. Das ist stressig, weil die Alufolie so leicht zerknittert.

Ohne was geht es nicht?

Kevin: Man sollte auf jeden Fall gern im Team arbeiten, denn alleine gibt es wenig zu tun. Man sollte für die Ausbildung in unserer Firma mindestens einen Realschulabschluss haben. Aber Klassenkameraden bei uns in der Berufsschule haben auch nur einen Hauptschulabschluss. Und man sollte keine Angst vor körperlicher Arbeit haben, denn manchmal ist es schon anstrengend.
Patrick: Man sollte Grundkenntnisse am PC haben.

Wie viele Bewerbungen habt ihr geschrieben?

Kevin: Fünf oder sechs insgesamt. Für diesen Beruf habe ich zwei Bewerbungen geschrieben.
Patrick: Ich habe zwölf Bewerbungen für diesen Beruf geschrieben.

Euer Bewerbungstipp?

Kevin: Man sollte gucken, dass die Bewerbung ordentlich aussieht.
Patrick: Wenn man zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, ist es gut, wenn man sich vorher schon mal über die Firma informiert.

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?

Kevin: Sehr gut. Wenn man kein Auto hat, dann ist es eigentlich so viel, dass man selbstständig davon leben kann.
Patrick. Ja, man verdient relativ gut.

Und nach der Ausbildung?

Kevin: Ich denke ich werde nach der Ausbildung – wenn ich übernommen werde – hier bleiben und dann vielleicht den Meister machen. Man kann sich auch zusätzlich qualifizieren, zum Beispiel als Gefahrgutbeauftragter oder Logistikmanager.
Patrick: Ich habe mir darüber noch keine konkreten Gedanken gemacht. Ich will erst mal die Ausbildung so gut wie möglich hinter mich bringen.

Steckbrief Fachkraft für Lagerlogistik

Duale Ausbildung: 3 Jahre  

Tätigkeiten: Abnahme, Kontrolle, Lagerung, Versand, Verladung von Waren, Ware mit dem Stapler transportieren, Zusammenstellung von Lieferungen und Tourenplänen, Mitwirkung bei der Optimierung logistischer Prozesse  

Arbeitsorte: Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche, Berufsschule  

Perspektiven: Meister/-in, Gefahrgutbeauftragte/-r, Logistikmanagement, Technische/-r Fachwirt/-in, Technische/-r Betriebswirt/-in, Spezialisierung in verschiedene Bereiche (z.B. Disposition), Selbstständigkeit  

Das solltest du mitbringen: Teamfähigkeit, Körperliche Belastbarkeit, Grundkenntnisse am PC  

Alternativen: Fachlagerist/-in, Kaufmann/-frau für Spedition- und Logistikdienstleistungen, Duales Studium Logistik    

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de