Fachkraft für Veranstaltungstechnik

Benedikt, Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik

Traumberuf oder Notlösung?

Zumindest momentan ist es ein Traumberuf. Ich weiß nicht genau ob es in drei Jahren noch Spaß machen wird. 

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Meine Arbeit sieht sehr unterschiedlich aus, man könnte sagen, dass es keinen Alltag gibt. Ich werde in sämtlichen Arbeitsbereiche eingesetzt. Es fängt an bei Lagerarbeiten, geht über Kabel aufwickeln bis hin zur Durchführung von Veranstaltungen. Außerdem sind es je nach Geschäft sehr flexible Arbeitszeiten. Heute habe ich beispielsweise um 10 Uhr angefangen, um 17 Uhr haben wir mit dem Aufbau einer Veranstaltung begonnen und das Ganze bauen wir erst um 2 Uhr morgens wieder ab. 8 Arbeitsstunden am Tag oder 40 Stunden die Woche sind nichts!

Die größte Überraschung?

Ich wusste schon von Anfang an wie der Hase läuft, da ich diese Tätigkeit schon seit über vier Jahren mache und somit viel Erfahrung sammeln konnte. Die einzige Überraschung, die ich bisher erlebt habe, war wie oft das Lied „Ai Se Eu Te Pego“ auf dem Canstatter Wasen lief! 

Deine Lieblingsaufgabe?

Bei angenehmen Bands und guter Musik die Mischpulte bedienen. Vor allem bei den Bands, die man auch selbst mag. Was auch Spaß macht sind die „Changeovers”, das sind die Auf- und Abbauübergänge zwischen zwei Bands. Man muss in kürzester Zeit schnell mit anpacken und richtig „ackern”. 

Welche Kröten musst du schlucken?

Die Arbeitszeiten sind nicht ganz ohne! Man muss sich dran gewöhnen und dafür geschaffen sein. Es ist oft körperlich anstrengend und Höhenangst sollte man auch nicht unbedingt haben. 

Ohne was geht es nicht?

Gaffa!!! Ohne diese Art von Klebeband kann man nicht arbeiten. Elektrische Werkzeuge, wie zum Beispiel Lötkolben gehören auch dazu. Und vor allem extreme Motivation für die Branche. Wer viel mit Musik und Bands zu tun hat, wird sich hier wohl fühlen. 

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Ich habe ziemlich genau drei Bewerbungen zu diesem Berufsfeld abgeschickt und zwei Ablehnungen erhalten. Aus der Zusage wurde ein Ausbildungsplatz.

Dein Bewerbungstipp?

Ohne Vitamin B geht gar nichts! Man braucht in dieser Branche Kontakte und am besten ein Praktikum. Praktikanten werden gern gesehen, da man bei jeder Produktion helfende Hände braucht. Wenn man sich dabei auch noch gut anstellt, liegen die Chancen gut. 

Und nach der Ausbildung?

Wenn es noch Spaß macht, dann kommt die Selbstständigkeit. Man kann zum Beispiel sehr schnell viel Geld als „Freelancer” verdienen. Eine Festanstellung ist, zumindest bei mir, eher unwahrscheinlich. Das ist nun mal in kleinen Betrieben so. In größeren Betrieben oder im Theaterbereich ist die Chance höher.

Steckbrief Fachkraft für Veranstaltungstechnik

Duale Ausbildung: 3 Jahre  

Tätigkeiten: Entwicklung von Konzepten für veranstaltungstechnische Systeme, Aufbauten und Abläufen, Planung des Einsatzes, Einrichtung und Bedienung technischer Anlagen, Durchführung von Veranstaltungen  

Arbeitsorte: Messe- und Kongressveranstalter, Event- bzw. Veranstaltungsagenturen, Filmbranche, Opern- und Schauspielhäuser, Theater- und Konzertveranstalter  

Perspektiven: Spezialisierung (z.B. auf Theateraufführungen, Beleuchtung, Beschallung oder Bühnentechnik), Weiterbildung in der Meisterschule, Selbstständigkeit  

Das solltest du mitbringen: bereit sein im Schichtdienst zu arbeiten, Schwindelfrei, gewisses Interesse an Musik  

Alternativen: Veranstaltungskaufmann/-frau, Fachkraft im Gastgewerbe  

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de