Fachkraft für Wasserversorgungstechnik

Lena und Alana, 1. Ausbildungsjahr als Fachkraft für Wassertechnik

Traumberuf oder Notlösung?

Alana: Es war auf jeden Fall keine Notlösung, aber Traumberuf kann ich bis jetzt noch nicht sagen, weil wir in der Ausbildung noch nicht alles kennenlernen konnten und auch noch nicht alles tun dürfen. Aber die Arbeit, die ich bis jetzt mache, macht mir auf jeden Fall Spaß. Ich bin mal am PC, kann auch mal etwas Praktisches machen und darf selbstständig Dinge tun.
Lena: Ich bin eher durch Zufall auf den Beruf gekommen. Ich bin zwar erst seit zwei Monaten in diesem Berufsfeld tätig, aber bis jetzt gefällt es mir supergut. Deswegen würde ich es momentan als Traumberuf bezeichnen. 

Wie sieht euer Arbeitsalltag aus?

Alana: Der Tag beginnt jeden Morgen um sieben Uhr mit einer Teambesprechung und Arbeitsverteilung. Danach beginnt jeder mit der Arbeit, die er sich für den Tag eingeplant hat. Zum Beispiel muss man Gegenproben zu den Anlagen machen, wie zur Umkehrosmose, also Wasserhärte prüfen oder Leitfähigkeit und PH-Wert messen. Man hat also eigentlich immer etwas zu tun. Nebenbei gibt es auch viel Papierarbeit zu erledigen, viel zu dokumentieren. Aber auch mit Lesen und Schulungen ist man beschäftigt.
Lena: Man zieht Wasserproben, tauscht und repariert Pumpendichtungen, sobald irgendwo das Wasser tropft. Oft gibt es auch kleinere Notfälle, wo man sofort hinmuss, um gleich eine Lösung zu finden. Sanitisieren – also sterilisieren – muss man auch öfters.  

Die größte Überraschung?

Lena: Wie viel hinter Wasser eigentlich wirklich steckt, die verschiedenen Wasserarten, die auch für die Pharmaindustrie gebraucht werden. Wie das aufbereitet und umgesetzt wird, das fand ich ziemlich interessant. 

Eure Lieblingsaufgabe?

Alana: Alles, was ich praktisch tun kann, also wo ich handwerklich arbeite. Filtertests durchführen oder Pumpen umbauen zum Beispiel. 

Welche Kröten müsst ihr schlucken?

Lena: Manchmal hat man als Frau vielleicht den Nachteil, dass man manche Dinge nicht allein machen kann, wenn zum Beispiel die Pumpe 300 Kilo wiegt, das finde ich aber auch nicht schlimm. 

Ohne was geht es nicht?

Lena: Ein Grundverständnis von Technik und technisches Interesse. Vor allem sollte das Interesse breit gefächert sein.
Alana: Physik, Chemie, Bio usw. gehört eigentlich alle dazu. Auf jeden Fall geht es auch nicht ohne die Kollegen, die uns immer und gerne helfen.

Wie viele Bewerbungen habt ihr geschrieben?

Lena: Eine. Wir waren nach einem Online-Test noch zu viert im Assessment-Center und von diesen hat man mich eingestellt. In meiner Klasse sind wir 16 Azubis in ganz Baden-Württemberg. Das sind wirklich nicht viele in der Branche, ich weiß aber auch nicht, wie viele Bewerbungen auf die Stellen kamen. 

Euer Bewerbungstipp?

Alana: Ich wusste bereits ungefähr, worum es geht, aber viele verstehen nichts unter dem Beruf Fachkraft für Wasserversorgungstechnik. Ich denke, es ist wichtig, dass man reinschnuppert, dass man ein oder zwei Tage ein Praktikum macht, damit man kennenlernen kann, wie breit gefächert das ist. Nur so kann man sagen, ob der Beruf zu einem passt. Man sollte sich also auf jeden Fall gut informieren. 

Und nach der Ausbildung?

Alana: Ich würde auf jeden Fall gerne hierbleiben. Die Arbeit macht mir Spaß, die Kollegen sind super, ich komme mit allen gut aus, jeder ist hilfsbereit und die Arbeit im Team ist einfach gut.
Lena: Das sehe ich aus so. Man kann sich noch zur Wassermeisterin fortbilden lassen.

Steckbrief Fachkraft für Wasserversorgungstechnik

Duale Ausbildung: 3 Jahre  

Tätigkeiten: Bedienung und Überwachung von Maschinen und Anlagen, Reparieren und Verlegen von Rohrleitungen  

Arbeitsorte: Wasserwerke, Energieversorger, Unternehmen für Tief-, Straßen- oder Wasserbau

Perspektiven: Spezialisierungen, Wassermeister/-in, Techniker/-in Fachrichtung Umweltschutztechnik mit dem Schwerpunkt Wasserver- und -entsorgung, Versorgungstechnik, Umweltschutzfachwirt/-in    

Das solltest du mitbringen: Grundverständnis Technik, Interesse an Technik, Physik, Chemie, Bio…  

Alternativen: Fachkraft für Wasserwirtschaft

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de