Anne-Kathrin, 22 Jahre, 2. Lehrjahr als Floristin

Traumberuf oder Notlösung?

Das ist auf jeden Fall mein Traumberuf. Es hat mir schon immer Spaß gemacht mit Pflanzen umzugehen, und es war schon immer wichtig für mich zu gestalten – das ist in diesem Beruf eine gute Mischung. Auf eine Notlösung hätte ich mich nicht eingelassen.

Wie sieht dein Tag als Floristin aus?

Heute zum Beispiel haben wir eine große Pflanze mit dem von uns besorgten Topf bei einem Kunden angeliefert. Dazu gehört auch, dass beim Kunden umgetopft wird. Oft bekommen wir Schnittblumen-Lieferungen: Die Blumen werden dann ausgepackt, angeschnitten und bearbeitet, mit Wasser versorgt und im Laden eingebracht. Kleine und größere Sträuße binden und Kunden beraten gehören natürlich zum Tag dazu. Es kommt immer darauf an was los ist. Manchmal ist es eher ruhig, gerade am Vormittag hat man dann Zeit, um Arbeiten vorzubereiten, die im Lauf des Tages angeboten werden. Vor Weihnachten haben wir zum Beispiel ganz viel Laufkundschaft.

Die größte Überraschung?

Weil unser Laden recht klein ist, wurde ich sehr schnell eingebunden und musste gleich vieles selbstständig erledigen. Da war ich schon etwas überrascht, als ein Kunde einen Strauß wollte, den ich ganz allein zusammenstellen musste. Das war ein Sprung ins kalte Wasser.

Deine Lieblingsaufgabe?

Der Umgang mit Kunden gefällt mir gut. Es ist auch schön, wenn wir zweimal in der Woche Kartons mit Blumenlieferungen aus Italien bekommen. Die aufzumachen und zu sehen was rauskommt, ist immer wieder eine Überraschung.

Welche Kröten musst du schlucken?

Die Arbeitszeiten sind recht lang, aber da kann man sich dran gewöhnen, und am Samstag muss man natürlich auch arbeiten. Man bekommt dafür unter der Woche einen Tag frei, hat eben keine zwei freie Tage am Stück. Man kann also nicht eben mal übers Wochenende weg fahren.

Ohne was geht es nicht?

Auf keinen Fall ohne Begeisterung für den Beruf! Er ist körperlich anstrengend, weil man den ganzen Tag stehen und oft schwer heben muss. Das kann belastend sein. Wenn man das nur macht, um irgendwas zu machen, dann vergeht einem die Freude ziemlich schnell. Schulische Voraussetzung ist ein Hauptschul-Abschluss. 

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Ich hatte drei Bewerbungen geschrieben.

Dein Bewerbungstipp?

Interesse zeigen, ein Praktikum machen und immer wieder zu Betrieben hingehen. Das hat bei mir auch eine Weile gedauert, aber ich bin schließlich in den Betrieb gekommen, in den ich unbedingt wollte! 

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?

Steinreich? Nein, das erwarte ich auch nicht, das ist in diesem Beruf ziemlich unwahrscheinlich. Ich glaube ein Beruf, der einem Spaß macht, ist mehr wert, als viel Geld zu verdienen.

Und nach der Ausbildung?

Ich würde gerne ins Ausland gehen. Zum Beispiel nach London und dort in einem Geschäft arbeiten, einfach um mal was ganz anderes kennen zu lernen.

Steckbrief Florist/-in

Duale Ausbildung: 3 Jahre  

Tätigkeiten: Verkauf und Gestaltung von Pflanzen- und Blumenschmuck, Beratung von Kunde, Pflege der Pflanzen, Bearbeitung der Bestellungen, Binden von Sträußen

Arbeitsorte: Blumenfachgeschäften, Gartencentern, Gärtnereien mit Blumengeschäft, Großhandel mit Pflanzen und Blumen, Bestattungsunternehmen mit eigenem Blumenhaus, Berufsschule  

Perspektiven: Gestalter/-in für Blumenkunst, Wirtschafter/-in für Floristik, Floristmeister/-in, Studium, Existenzgründung  

Das solltest du mitbringen: Begeisterung von Blumen/Pflanzen, Leidenschaft für Deko, keine Allergien gegen Blütenpollen o.Ä.  

Alternativen: Raumausstatter/-in, Landwirt/-in, Verkäufer/-in  

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de