Isabel und Lisa, 3. Ausbildungsjahr als Logopädin

 

Traumberuf oder Notlösung? 

Isabel: Es war auf jeden Fall ein Traumberuf. Ich habe ein FSJ in einem Altersheim absolviert und konnte in diesem Rahmen viel über Logopädie erfahren. Ich durfte dort öfter zuschauen und es hat mir sehr gut gefallen. Ich musste mir zunächst viele Gedanken darüber machen, ob ich die Ausbildung machen will, weil sie Geld kostet. Dann habe ich mich doch dazu entschieden, weil ich es auf jeden Fall machen wollte.Lisa: Bei mir war es auch ein Traumberuf. Ich bin eigentlich durch meine Schwester darauf gekommen, weil sie in Therapie war. Dann habe ich dort ein Praktikum gemacht und es hat mir echt gut gefallen. 

 

Wie sieht euer Arbeitsalltag aus?

Es wird hauptsächlich therapiert in ganz verschiedenen Bereichen. Es kommen aber auch ganz viele andere Sachen dazu, wie z. B. Arztberichte oder Akten schreiben. Alle Behandlungsschritte und Beobachtungen müssen festgehalten werden. 

 

Die größte Überraschung?

Lisa: Dass es so vielfältig ist. In meinem Praktikum vor der Ausbildung waren eigentlich nur Kinder. In der Ausbildung habe ich erfahren, dass es viele Störungsbilder in ganz unterschiedlichen Altersgruppen gibt.

 

Eure Lieblingsaufgabe?

Isabel: Ich arbeite sehr gerne mit den Kindern. Ich mache zwar alles gerne, aber mit den Kindern zu arbeiten, bereitet mir besonders großen Spaß. Was ich mir auch für die Zukunft vorstelle, ist die Arbeit mit den ganz jungen Kindern, der Frühförderbereich.Lisa: Hauptsächlich therapieren, keine Pläne schreiben. Mir macht die Arbeit mit allen Arbeitsgruppen Spaß, sowohl mit Kindern als auch mit Aphasie-Patienten. Das sind Menschen mit Sprachstörung nach einem Schlaganfall oder Unfall.

 

Welche Kröten müsst ihr schlucken?

Isabel: Da muss man erst mal sagen, dass die Ausbildung sehr teuer ist. Das ist auf jeden Fall ein Punkt gewesen, bei dem man sich gut überlegen muss, ob man das wirklich machen will. Ansonsten hat man wie in jedem Job sehr viel zu tun. Der Schreibkram kann schon ätzend werden, aber das gehört nun mal dazu.

 

Ohne was geht es nicht?

Isabel: Man braucht bei jeder Therapie sehr viel Geduld. Man sollte den Job auf jeden Fall wollen und ein Gespür für Menschen haben.    

 

Wie viele Bewerbungen habt ihr geschrieben?

Isabell: Ich habe mich eigentlich nur hier beworben und habe gehofft, dass ich auch genommen werde, weil die Schule einen guten Ruf hat. Und das hat dann auch gut geklappt.Lisa: Ich habe mich hier beworben und an der SRH-Fachschule in Heidelberg. Ich wollte aber hierher und das hat dann auch geklappt.

 

Euer Bewerbungstipp?

Lisa: Man sollte sich früh genug bewerben, weil es sehr viele Bewerber gibt. Wichtig ist auch, dass man im Bewerbungsgespräch offen ist. 

 

Und nach der Ausbildung?

Isabel: Ich überlege, in Heidelberg zu studieren. Ich muss aber noch schauen, wie das klappt, weil ich nebenbei gerne arbeiten möchte. Am liebsten im Frühförderbereich. Wie gesagt muss ich aber erst mal schauen, wie sich Studium und Arbeit am besten verbinden lassen, weil das doch nicht so einfach ist.
Lisa: Bei mir ist es ähnlich. Ich würde dann gerne in den Bereich Lese-Rechtschreib-Schwäche gehen. 

Steckbrief Logopäde/Logopädin

Schulische Ausbildung: 3 Jahre (teilweise wird Schulgeld erhoben)

Alternativen: Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/-in, Physiotherapeut/-in, Ergotherapeut/-in

Arbeitsorte: Krankenhäuser, Facharztpraxen, Kindergärten, Schulen, Altenheime 

Perspektiven: Spezialisierung, z. B. als Sprachtherapeut/-in, Fachwirt/-in im Gesundheits- und Sozialwesen, Betriebswirt/-in für Sozialwesen

Besonderes: Neben der Behandlung ist auch die Prävention von Sprach-, Sprech- oder Stimmstörungen ein wichtiger Teilbereich, nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Menschen, die beruflich viel reden müssen, z. B. Lehrer/-innen.   

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