Janina, 23 Jahre, 3. Lehrjahr als Maskenbildnerin

 

Traumberuf oder Notlösung?

Traumberuf! Ich habe mal ein Berufspraktikum in der zehnten Klasse am Theater gemacht und durfte überall reinschauen. Die Maske hat mich fasziniert, obwohl ich nicht lange da war und auch nicht alles gesehen habe. Das Theater fand ich interessant und dachte, da herrscht nicht der Büroalltag, da passiert auch was, da trifft man viele Leute. Und in der Maske kann man mit Handarbeit kreativ arbeiten. Das war eine ganz gute Mischung aus allem.

 

Wie sieht dein Tag als Maskenbildnerin aus?

Wenn wir abends keine Vorstellung haben, dann haben wir Tagesdienst, während dem wir verschiedene Sachen vorbereiten. Zum Beispiel Perücken aufbereiten, das heißt sie werden wieder neu frisiert; oder Bärte werden neu frisiert und sauber gemacht. Wenn neue Produktionen anstehen, werden neue Perücken hergestellt und verschiedene Sache angefertigt, zum Beispiel Tiermasken für Märchen. Wenn wir Vorstellung haben, sind wir etwa zwei bis drei Stunden vorher da, richten unsere Plätze ein bis die Darsteller kommen, die dann fertig gemacht werden. Danach geht die Vorstellung los, und je nach dem ob es Umzüge gibt wird nachgeschminkt oder man muss nachschauen, ob die Glatze noch hält.

 

Die größte Überraschung?

Da fällt mir jetzt nichts ein.

 

Deine Lieblingsaufgabe?

Abwechslung und kreative Sachen machen am meisten Spaß. Aber manchmal kommt es vor, dass man wochenlang an einer Perücke knüpft. Ein anderes Mal hat man dafür wieder ein wenig Luft und kann entweder Sachen ausprobieren oder man hat das Glück, zum Beispiel eine Nase modellieren zu dürfen.

 

Welche Kröten musst du schlucken?

Dass man arbeitet, wenn andere Feierabend oder Ferien haben oder ausschlafen können. Man arbeitet an Feiertagen, und Ferien hat man in der Spielpause. Das Wochenende fällt, wenn man am Theater arbeitet, logischerweise immer weg.

 

Ohne was geht es nicht?

Man muss flexibel sein, denn man landet bestimmt nicht in der Stadt, in die man will. Und man sollte wissen, was man für Arbeitszeiten hat. Mein früherer Chef hat mal gesagt: „Es muss Ihnen klar sein, dass Sie mit dem Theater verheiratet sind!” Wenn man hier was werden und etwas erreichen will, muss man sehr viel Engagement, Flexibilität, Spaß und Lust mitbringen. Sonst kommt man nicht weit, und es ist ganz schnell vorbei.

 

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Ha - hundert bestimmt! Das waren sehr viele. Ich hab es überall versucht, wo ich dachte, da gibt es ein Theater.

 

Dein Bewerbungstipp?

Da habe ich keinen speziellen Tipp, man muss einfach dran bleiben und auch wenn nichts zurück kommt anrufen und sich nicht abschütteln lassen. Ich denke, das ist das schwierigste. Und in die schriftliche Bewerbung einfach alles rein packen, was irgendwie interessant sein könnte.

 

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?

Nöö. Sicher nicht während der Ausbildung. Das Anfangsgehalt nach der Ausbildung liegt dann glaube ich bei 1.550 Euro. Reich wird man vielleicht in Hollywood.

 

Und nach der Ausbildung?

Ich möchte auf jeden Fall an einem Theater bleiben, Film und Fernsehen ist einfach etwas ganz anderes – das Theater ist eher meine Welt. An vielen Häusern ist das Schauspiel von der Oper getrennt, da muss ich mir dann überlegen wo ich lieber arbeiten möchte. Im Schauspiel arbeitet man ein bisschen präziser und genauer. Ich würde gerne noch etwas rumprobieren, überall noch mal reinschnuppern und mir dann überlegen was ich weiter machen will.

Steckbrief Maskenbildner/-in

Duale (teilweise auch schulische) Ausbildung: 3 Jahre  

Tätigkeiten: Gestaltung und Umsetzung maskenbildnerischer Konzepte, Schminken und Frisieren der Darsteller/innen, Betreuung der Maske, Vorbereitung der Perücken  

Arbeitsorte: Theater, Opernhäuser, Fernsehanstalten, Tonstudios, Berufsschule  

Perspektiven: Chefmaskenbildner/-in, Studium, Meister/-in, Existenzgründung  

Das solltest du mitbringen: Kreativität, Ausgefallenheit, Engagement, Flexibilität, Spaß am Theater  

Alternativen: Bühnenbildner/-in, Kostümbildner/-in, Fotograf/-in, Designer/-in  

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de