Mathematisch-technische/r Softwareentwickler/-in

Rebecca, 3. Ausbildungsjahr als Mathematisch-technische Softwareentwicklerin (MATSE)

 

Traumberuf oder Notlösung?

Auf jeden Fall ist das mein Traumberuf, weil mir die Logik, die hinter dem Programmieren steckt, solchen Spaß macht. Ich habe vorher etwas anderes im kulturellen Sektor gemacht, hatte aber immer im Hinterkopf, dass ich die Ausbildung zur Mathematisch-technischen Softwareentwicklerin machen will. Das kommt durch meinem familiären Hintergrund: Mein Vater ist Mathematisch-technischer Assistent.

 

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Meine MATSE-Ausbildung in Aachen ist etwas speziell, weil ich dort Studium und betriebliche Ausbildung gleichzeitig mache. Anstelle der Berufsschule wie bei anderen Ausbildungen machen wir hier eine Ausbildung mit einem Abschluss an der IHK, studieren aber gleichzeitig das Fach Scientific Programming an der FH Aachen. So kann ich dann zusätzlich einen Bachelor-Abschluss erhalten. Meine Woche teilt sich in 3 Tage praktische Arbeit im Betrieb und 2 Tage an der Uni ein. Im Betrieb arbeite und programmiere ich an Projekten. An der Uni nehme ich an den Lehrveranstaltungen im Bereich Mathematik und Informatik teil. Im Unterschied zu einem traditionellen Uni-Informatikstudium liegt der Schwerpunkt in der praktischen Arbeit. Wir bekommen sofort Berufserfahrung und die Ausbildung ist weniger theoretisch. Was wir lernen, wird direkt angewendet. Im Betrieb arbeite ich hauptsächlich mit dem Computer. Wir arbeiten und programmieren in Teamarbeit. Unser Hauptprojekt ist ein größeres Webportal, das von allen Beteiligten im Betrieb genutzt wird. Ein großer Bereich in unserer Ausbildung besteht aus dem Erlernen von Programmiersprachen, wie z. B Java, C#, C++, die wir dann natürlich in verschiedenen Projekten zum Einsatz bringen. Wir lernen aber auch angewandte Informatik wie Software Engeneering, Datenbanken und Netzwerke. Meine Interessenschwerpunkte kann ich in Wahlveranstaltungen vertiefen: Ich besuche zum Beispiel gerade eine Veranstaltung zu eLearning-Systemen und eine Vorlesung über Linux.

 

Die größte Überraschung?

Meine größte Überraschung war Stochastik – das Fach hat mir entgegen meinen Befürchtungen richtig gut gefallen. Hier geht es um Wahrscheinlichkeitsrechnungen.

 

Deine Lieblingsaufgabe?

Am liebsten mag ich das Programmieren im Team und die Planung von Projekten. Besonders spannend sind Projekte mit richtigem Kundenkontakt in der Industrie.

 

Welche Kröten musst du schlucken?

Ich investiere viel Zeit für Hausaufgaben und Klausur-Vorbereitungen. Für mich bedeutet das, dass ich an Abenden oder an Wochenenden viel lerne.

 

Ohne was geht es nicht?

Kaffee!Man sollte natürlich Freude an Mathematik und Logik haben. Wenn man keine Berührungsängste mit Technik hat, dann lernt man den Umgang mit dem Computer und das Programmieren von Grund auf – man muss also kein Computerfreak sein.

 

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Nur zwei. Die Nachfrage nach Auszubildenden ist wirklich groß. Man hat gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Als Voraussetzung sollte man mindestens das Fachabitur haben. Mit einem allgemeinen Abitur hat man es im Fach Mathematik einfacher.

 

Dein Bewerbungstipp?

Gut über mögliche Ausbildungsbetriebe informieren. Die Betriebe entwickeln Software für die unterschiedlichsten Bereiche. Wenn man mehr wissen will, kann man auch wegen eines Praktikums bei einem ausbildenden Betrieb anfragen.

 

Und nach der Ausbildung?

Ich möchte noch mehr praktische Erfahrung im Programmieren sammeln und langfristig zur Koordination von Software-Entwicklungsprozessen, Organisation und Koordinierung kommen.

Steckbrief Mathematisch-technische/-r Softwareentwickler/-in (MATSE)

Duale Ausbildung: 3 Jahre

Alternativen: Fachinformatiker/-in, Informatikkaufmann/-frau, Mediengestalter/-in

Arbeitsorte: Software- und Systemhäuser oder entsprechende Abteilungen größerer Unternehmen, z. B. Versicherungsgesellschaften oder Banken, Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen 

Perspektiven: Komponentenentwickler/-in, Fachwirt/-in – Computer-Management, Betriebswirt/-in für Informationsverarbeitung, bei Hochschulberechtigung Informatikstudium

Besonderes: Neuer Beruf mit sehr guten Aussichten. Ohne mathematisches Verständnis, Konzentrationsfähigkeit und systematisches Arbeiten geht es in diesem Beruf nicht.

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de