Anna, 18 Jahre, 1. Lehrjahr als Tanzlehrerin

Traumberuf oder Notlösung?

Keine Notlösung. Es ist mein Traumberuf. Eindeutig!

Wie sieht dein Tag als Tanzlehrerin aus?

Das ist jeden Tag anders. Ein Beispiel: Ich komme morgens zur Ausbildung, da werde ich unterrichtet und muss üben – tanzen, zählen und solche Sachen. Dann geht es mit Büroarbeit weiter, Kunden kommen vorbei oder rufen an wegen Karten und Kursen. Abends gebe ich entweder selber Kurse oder ich hospitiere, schaue mir an, was der Tanzlehrer macht und schreibe mit, was mir auffällt. Manchmal assistiere ich dem Lehrer auch, tanze vor, erkläre Schritte. Für den Tanzlehrer ist es nämlich schwierig, gleichzeitig zu unterrichten und auf die Leute zu achten. Zum Assistieren gehört übrigens auch vorher alles herzurichten und in den Pausen für Getränke zu sorgen.

Die größte Überraschung?

Die Arbeitszeiten sind sehr ungewöhnlich. Manchmal fange ich erst an zu arbeiten, wenn meine Freunde nach Hause kommen. Auch am Wochenende zu arbeiten ist gewöhnungsbedürftig. Ich habe zum Beispiel dienstags frei, da hat außer mir niemand frei. Aber damit musste ich rechnen.

Deine Lieblingsaufgabe?

Am liebsten unterrichte ich oder assistiere. Wenn man Kontakt mit den Kunden hat und selbst viel machen kann – das ist toll. Oder auf unseren Tanzpartys arbeiten, das ist auch noch eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.

Welche Kröten musst du schlucken?

Schwierig ist die theoretische Ausbildung, die ist sehr anspruchsvoll. Und auch das Unterrichten selber ist nicht so einfach wie es aussieht.

Ohne was geht es nicht?

Man muss offen sein und ein wenig Menschenkenntnis haben. Man muss sich ausdrücken können und sehr belastbar sein, wegen der Arbeitszeiten aber auch körperlich. Und man muss mit Situationen gut zurecht kommen, weil man direkt am Kunden arbeitet – da darf man nicht lange überlegen, sondern muss gleich handeln.

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Eigentlich wollte ich Veranstaltungskauffrau werden, da habe ich viele Bewerbungen verschickt. Die Idee zur Tanzlehrerin kam dann ganz spontan, weil ich in meiner jetzigen Schule lange gejobbt hatte. Dabei habe ich gemerkt, dass Tanzlehrerin das richtige für mich ist. Wir haben dann Bewerbungsgespräche geführt - und es hat geklappt.

Dein Bewerbungstipp?

Man sollte ein bisschen Ahnung von den Abläufen in einer Tanzschule haben und viel Tanzerfahrung mitbringen. Und ein „gepflegtes Äußeres” ist sicher nicht ganz unwichtig.

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?

Steinreich bin ich sicher nicht, aber auch nicht am Abgrund. Ich kenne einen Azubi bei BMW, der verdient ungefähr so viel wie ich. Ansonsten hängt das auch von der jeweiligen Tanzschule ab. Wenn man später mal fest angestellt wird, verdient man aber bestimmt nicht wenig.

Und nach der Ausbildung?

Erstmal möchte ich als angestellte Tanzlehrerin arbeiten und dann mal schauen, ob ich mit der Ausbildung ins Ausland gehe. Und irgendwann in weiter Zukunft würde ich gerne eine eigene Tanzschule übernehmen oder gründen.

Steckbrief Tanzlehrer/-in

Duale Ausbildung: 3 Jahre  

Tätigkeiten: Beibringen von verschiedenen Arten von Tänzen in Tanzkursen/Einzelstunden/Tanzclubs, Betreuung von Kunden, Büroarbeit, Hospitation von Kursen, Assistenz der Lehrer  

Arbeitsorte: Tanzschulen, -studios, -clubs, -vereinen, Fitnessstudios, Berufsschule  

Perspektiven: Weiterbildungen, Spezialisierungen, Selbständigkeit  

Das solltest du mitbringen: Spaß am Tanzen, Selbstvertrauen, Geduld, Fitness, bereit sein an nicht geregelten Arbeitszeiten zu arbeiten

Alternativen: Veranstaltungskaufmann/-frau, Maskenbilder/-in, Musicaldarsteller/in

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de