Sebastian, 20 Jahre, 3. Lehrjahr als Fleischer

Traumberuf oder Notlösung?

Klar – es gäbe auch noch Alternativen, aber das ist auf jeden Fall mein Traumberuf.

Wie sieht dein Tag als Fleischer aus?

Im ersten Lehrjahr ist man daran beteiligt, dass der Arbeitsprozess läuft, das sind dann zwar keine besonders verantwortungsvollen Aufgaben, hat aber trotzdem Spaß gemacht. Im dritten Lehrjahr sieht das schon anders aus, jetzt mach ich Sachen wie räuchern, Wurst füllen, verpacken, alles mögliche. Man schaut halt überall mal rein.

Die größte Überraschung?

Was mich hier positiv überrascht hat war, dass ich in diesem Betrieb sehr viel lernen kann. Ich wusste was auf mich zukommt, weil meine Eltern auch eine Metzgerei haben. Von daher habe ich gewusst auf was ich mich einstellen kann, dass es eben nicht nur schöne Sachen sind. 

Deine Lieblingsaufgabe?

Hier auf der Arbeit? Feierabend machen! Nun mal ehrlich: Meine Lieblingsaufgabe, da kann ich nichts Spezielles sagen, eigentlich alles.

Welche Kröten musst du schlucken?

Dass man manchmal Sachen macht, die keiner gerne machen möchte. Müll rausbringen, Auffangsiebe leeren – das macht nicht so viel Spaß.

Ohne was geht es nicht?

Für diesen Beruf braucht man auf jeden Fall Ausdauer und den Willen durchzuhalten, denn viele brechen die Ausbildung ab. Es ist eine körperlich anstrengende Arbeit. Interesse an Nahrungsmitteln und Spaß am Essen und am Geschmack sollte man mitbringen. Vor allem sollte man wirklich wissen, auf was man sich einlässt. Man kann die Lehre mit Hauptschul-Abschluss machen; ich habe mein Fachabitur gemacht und hab dadurch nur Vorteile, zum Beispiel eine verkürzte Ausbildungszeit. Außerdem gibt es in Baden-Württemberg das Angebot einer Zusatzausbildung, die sich „Management im Handwerk“ nennt. Mit ihr erhält man zusätzliche Zertifikate und Qualifikationen, zum Beispiel in der Büroarbeit.

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Eine.

Dein Bewerbungstipp?

Ich denke es ist gut, wenn man persönlich vorbeigeht, seine Bewerbung abgibt und sich vorstellt. Es kommt sehr auf den Typ an, so kann man in dem Betrieb gleich einen Eindruck hinterlassen. Man sollte auf jeden Fall zuverlässig sein!

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?

Als Fleischer in der Ausbildung verdient man eher weniger, was eigentlich nicht so ganz verständlich ist, denn es ist ein anstrengender Job. Als Geselle verdient man ganz gut, ich würde mal sagen, das Gehalt liegt so im Mittelfeld.

Und nach der Ausbildung?

Ende Juni bin ich fertig und will dann erst mal zuhause arbeiten. Danach muss ich schauen, vielleicht muss ich zur Bundeswehr. Nach den Gesellenjahren will ich so schnell wie möglich meinen Meisterbrief machen.

Kunden schätzen Qualität

Gesunde Ernährung wird auch beim Metzger groß geschrieben. Deshalb weiß Metzgermeister Pfenninger, woher sein Vieh kommt, wie es ernährt wird und unter welchen Bedingungen es gehalten wird. Er schlachtet selbst, zerlegt das Fleisch und stellt die Wurst her. So kann er für frische und qualitativ hochwertige Ware garantieren. Schülern der Wolf-von-Gemmingen-Schule berichtet er von seinem Beruf, den er gerne und mit Leidenschaft ausübt.

Steckbrief Fleischer/-in

Duale Ausbildung: 3 Jahre  

Tätigkeiten: Überwachung der Arbeitsprozesse, Räucherung des Fleisches, Füllung der Wurst, Zubereitung und Verpacken von Waren  

Arbeitsorte: Fleischerfachgeschäft, Einzelhandel, Großhandel, Industrie, Berufsschule  

Perspektiven: Fleischereimeister/-in, Industriemeister/-in in Lebensmittel, Studium Ernährungswissenschaft  

Das solltest du mitbringen: Psychische und körperliche Belastbarkeit, keine Geruchsempfindlichkeit, Vergnügen am Arbeiten mit Maschinen und Kunden  

Alternativen: Konditor/-in, Landwirt/-in, Fachkraft für Lebensmitteltechnik

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de