Tobias, 19 Jahre, 2. Lehrjahr als Forstwirt

Traumberuf oder Notlösung?

Schon eher Traumberuf. Ich wollte immer im Freien arbeiten und mit Leuten zu tun haben. Auch die körperliche Arbeit macht mir Spaß.

Wie sieht dein Tag als Forstwirt aus?

Morgens fangen wir damit an, dass die Motorsägen in Stand gesetzt werden, danach wird besprochen, was alles zu tun ist. Die Hauptarbeit ist die Holzernte, kurz gesagt: Man wählt den Baum aus, fällt ihn und vermisst ihn. Andere Arbeiten sind Freischneidearbeiten in Kulturen, Wege und Hochsitze bauen, Jungbestandspflege oder neue Pflanzen setzen.

Die größte Überraschung?

Da gibt es nichts, denn ich habe davor schon drei Praktika gemacht und kannte den Beruf auch von meinem Bruder. So wusste ich ganz gut, auf was ich mich einlasse. 

Deine Lieblingsaufgabe?

Die Holzernte. Damit ist man am meisten beschäftigt und das macht mir auch am meisten Spaß.

Welche Kröten musst du schlucken?

Klar, ab und zu sind auch Arbeiten dabei, die keinen Spaß machen. Zum Beispiel Wasserableitungen frei machen oder die Hütte aufräumen. Aber das gehört eben auch dazu.

Ohne was geht es nicht?

Man sollte handwerklich schon etwas begabt sein und auf keinen Fall bei jedem kleinen Regenschauer gleich rein wollen. Selbstständiges Arbeiten ist wichtig, und dass man Verantwortung für sein eigenes Handeln übernimmt. Und am Anfang ist es eben körperlich anstrengend, aber da gewöhnt man sich dran.

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Wegen der Praktika, die ich hier gemacht habe, dachte ich mir, dass ich ganz gute Chancen hätte – und da habe ich dann nur die eine Bewerbung hier her geschickt.

Dein Bewerbungstipp?

Praktika! Wenn möglich in verschiedenen Forstämtern; ich denke da gibt es Unterschiede. Und wenn man sich nicht ganz sicher ist und man sich auch noch für andere Berufe interessiert, sollte man in die auch noch reinschauen. Denn allein vom Texte lesen erfährt man nicht wirklich, wie ein Beruf in der Realität ist.

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?

Ich glaube in der Ausbildung ist es noch ganz gut. Später, wenn man ausgelernt hat, ist es eher Durchschnitt. Aber wenn man an einer Maschine oder als Meister arbeitet, verdient man schon ganz gut. Und nach der Ausbildung?Ich hoffe natürlich, dass ich übernommen werde – mal schauen. Und nach ein paar Jahren kann ich mal darüber nachdenken, den Meister zu machen.

Steckbrief Forstwirt/in

Duale Ausbildung: 3 Jahre  

Tätigkeiten: Holzernte, Freischneidearbeiten in Kulturen, Wege und Hochsitze bauen, Jungbestandspflege und neue Pflanzen setzen, Walderneuerung, Wald/-Naturschutz, Landschaftspflege

Arbeitsorte: Im Wald, Forstbetrieben, Berufsschule   Perspektiven: Forstwirtschaftsmeister/-in, Forsttechniker/-in, Studium, Selbstständigkeit  

Das solltest du mitbringen: Spaß an der frischen Luft zu arbeiten, körperliche Belastbarkeit, guter Umgang mit gefährlichen Maschinen  

Alternativen: Landwirt/-in, Pferdewirt/-in

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de