Kaufmann/-frau für Tourismus

Marion, 22 Jahre, erstes Lehrjahr als Kauffrau für Tourismus

 

Traumberuf oder Notlösung?

Es ist definitiv mein Traumberuf. Vor der Ausbildung habe ich auch schon in der Tourismusbranche gearbeitet, und zwar 7 Monate als Flugbegleiterin. Die Ausbildung dafür dauerte zwei Monate und ich hatte dann einen befristeten Vetrag. Ich wusste also von vorneherein, dass ich den Job nicht auf Dauer machen würde, aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich war mir sicher, dass ich in der Branche bleiben wollte. 

 

Wie sieht dein Tag als Kauffrau für Tourismus aus?

Ich fange meist um 9.30 Uhr an und fülle die Katalogbestände auf bzw. bestelle auch welche aus dem Sortiment nach. Dann sortiere ich die Faxe, die über Nacht eingegangen sind und checke die E-Mails. Die beinhalten meist Anfragen, die dann im Lauf des Tages bearbeitet werden. Darüberhinaus bediene ich auch jetzt schon die Kunden und berate sie, so gut es geht. Wenn ich dabei Hilfe brauche, stehen mir natürlich die anderen Mitarbeiter und meine Ausbilderin zur Seite. Reservierungen darf ich auch vornehmen, muss danach aber nochmal abklären, ob alles korrekt ist. Etwa eine Stunde, nachdem wir Tickets bestellt haben, können wir sie dann auch selbst ausdrucken.Berufsschule habe ich erst ab dem zweiten Ausbildungsjahr, dann ein- bis zweimal pro Woche.

 

Die größte Überraschung?

Eine negative Überraschung war die Flutkatastrophe in Asien und ihre Auswirkungen auf die Tourismusbranche vor Ort. Da war ich wirklich sehr betroffen. Ansonsten arbeite ich mehr im Büro und am PC, als ich ursprünglich erwartet und auch gewollt habe. Aber ich sehe das eher als mein Handwerkszeug, das ich für meinen eigentlichen Beruf eben brauche und es bringt mehr Abwechslung und Spaß, als ich dachte.

 

Deine Lieblingsaufgabe?

Am liebsten reserviere ich eigentlich Flüge. Wir haben viele jüngere Kunden, die keine Pauschal-Reisen wollen, sondern eher Rucksack-Touristen sind und eben oft Nur-Flüge buchen. Damit kann ich mich auch eher identifizieren. Wenn jemand eine Reise nach Thailand bucht, freue ich mich immer richtig, da ich weiß, wie wichtig die Einnahmen aus dem Tourismus gerade jetzt für die Leute dort sind.

 

Welche Kröten musst du schlucken?

Anfangs war es schon ungewohnt und lange für mich, acht Stunden am Stück zu arbeiten. Inzwischen geht die Zeit aber ziemlich schnell vorbei. Beim Aufstehen musste ich mich auch erstmal umstellen – ich fange zwar um 9.30 Uhr an, aber das war trotzdem relativ früh für mich.

 

Ohne was geht es nicht?

Man braucht mindestens die mittlere Reife, besser ist Abitur. Da der Umgang mit den Kunden sehr wichtig ist, sollte man auf jeden Fall kontaktfreudig, selbstsicher und offen sein. Dass man Interesse an verschiedenen Ländern und Kulturen hat und selbst gerne reist, ist auch entscheidend.

 

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Acht oder neun, aber alle für Freiburg.

 

Dein Bewerbungstipp?

Was man nicht schreiben sollte, weil es fast jeder tut, ist: „Ich bewerbe mich als Kauffrau/-mann für Tourismus, weil ich gerne reise und verkaufe.” Man muss versuchen, sich etwas von der Masse abzuheben. Mit Abitur hat man einen Vorteil gegenüber Bewerbern mit mittlerer Reife, auch weil lieber Leute eingestellt werden, die etwas älter sind und schon genauer wissen, was sie wirklich wollen. Gut ist es auch, Erfahrung oder Praktika in der Tourismusbranche vorweisen zu können.

 

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?

Nicht allzu hoch. Ich jobbe nebenher noch am Wochenende, um genug Geld für die Miete und Sonstiges zu haben. Aber es reicht mir eigentlich und der Verdienst steigt auch je nach Ausbildungsjahr. Wenn man allerdings noch bei den Eltern wohnt, kommt man mit dem Geld wahrscheinlich eher aus.

 

Und nach der Ausbildung?

Vielleicht werde ich erstmal für ein Jahr ganz woanders hin gehen. Ich könnte mir vorstellen, eine Zeitlang als Reiseleitung zu arbeiten und die Länder zu bereisen, über die ich hier soviel lerne.

Steckbrief Tourismuskaufmann/-frau

Duale Ausbildung (teilweise auch schulische): 3 Jahre  

Tätigkeiten: Beratung/Informierung von Kunden, Planung/Verkauf/Vermittlung von Reisen, Kalkulation von Preisen, Bestellung von Tickets, Entwicklung und Durchführung von Marketingmaßnahmen  

Arbeitsorte: Reise- und Tourismusbüros, Ausflugs- und Reiseunternehmen, Freizeiteinrichtungen, Berufsschule  

Perspektiven: Studium Tourismusmanagement, Weiterbildung zum/-r Tourismusfachwirt/-in oder Tourismusbetriebswirt/-in,  

Das solltest du mitbringen: Offenheit, Kommunikationsfähigkeit, Spaß am Telefonieren  

Alternativen: Bürokaufmann/-frau, Veranstaltungskaufmann/-frau, Reiseverkehrskaufmann/-frau

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de