Bernhard, 18 Jahre, 2. Lehrjahr als Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik

 

Traumberuf oder Notlösung?

Das ist mein Traumberuf! Er ist vielfältig und wir arbeiten mit sehr unterschiedlichen Metallarten. Man kann ja viele schöne Sachen aus Metall formen; das hat etwas Künstlerisches und etwas Handwerkliches.

 

Wie sieht dein Tag als Metallbauer aus?

Wir sind ein Kleinbetrieb, da fällt jeden Tag etwas anderes an. Um 7.30 Uhr geht's los, zwischen 9.15 Uhr und 9.30 Uhr ist eine Viertelstunde Vesperpause, zwischen 12.30 Uhr und 13.00 Uhr eine halbe Stunde Mittag, und um 16.15 Uhr ist Feierabend. Dazwischen bearbeiten wir die Aufträge von Kunden, an manchen Tagen können das sechs bis sieben verschiedene sein. Wenn es größere Sachen sind kann es sein, dass man auch mal acht Stunden auf einer Baustelle ist.

 

Die größte Überraschung?

Ich hatte viele Vorkenntnisse über den Beruf, insofern gab es keine allzu großen Überraschungen. Metall ist schwer! Deine Lieblingsaufgabe?Bohren und entgraten sind Sachen, die ich gut kann und deshalb gerne mache. Und schweißen, das Verbinden zweier Metalle. 

 

Welche Kröten musst du schlucken?

Was ich ungern mache, sind solche Feinarbeiten wie streichen. Oder wenn man Edelstahl polieren muss, ist das auch nicht gerade toll. 

 

Ohne was geht es nicht?

Vom Schulabschluss her muss man gar nichts mitbringen. An der Berufsschule kenne ich zum Beispiel Kollegen, die haben die Hauptschule abgebrochen. Es ist gut, wenn man ein bisschen Ahnung vom Handwerklichen hat und sich nicht ganz ungeschickt anstellt, das ist zumindest hilfreich. Man sollte ein wenig aufmerksam sein - welcher Arbeitsablauf kommt jetzt, was kann der Kollege auf der Leiter gerade brauchen. Und man sollte sich vorher über den Beruf informieren: Es ist ein körperlich schwerer Beruf, er ist mit Staub verbunden, mit Schmutz – das kann man nicht leugnen. 

 

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?

Eine. Es war schon immer klar, dass ich im Betrieb meines Vaters anfangen werde. Aber ich kenne Kollegen, die haben fünf oder zehn Bewerbungen geschrieben. 

 

Dein Bewerbungstipp?

Man sollte sich vielleicht vorher um ein Praktikum kümmern und sich den Beruf mal eine Woche lang anschauen. Es ist nicht jedermanns Sache, mit Metall zu arbeiten, viel Gewicht zu tragen und das acht Stunden am Tag. 

 

Bald steinreich? Wie hoch ist der Monatsverdienst?

Es hält sich in Grenzen. Es liegt nicht am unteren Limit der Lehrlingsgehälter, ist aber auch nicht die Oberklasse. Aber es ist okay, man kann gut davon leben. 

 

Und nach der Ausbildung?

Zunächst wird bei mir die Bundeswehr anstehen. Dann möchte ich raus, möchte andere Betriebe erleben und nach Möglichkeit alle zwei Jahre wechseln, damit ich ein wenig durch die Welt komme und andere Produktionsabläufen sehe. Nach fünf aktiven Gesellenjahren kann ich die Meisterprüfung machen. Und in ganz weiter Ferne wäre es natürlich schön, wenn ich den elterlichen Betrieb übernehmen könnte. 

Steckbrief Metallbauer/-in

Ausbildungsort:
Betrieb und Berufsschule

Dauer:
3,5 Jahre

Abschluss:
Metallbauer/-in

Perspektiven:
Metallbauermeister/-in, Betriebsassistent/-in Handwerk

Besonderes:
verschiedene Fachrichtungen, körperlich anstrengend

Mehr im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de